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Neuroradiologie

Leiter:
Prof. Dr. med. Arnd Dörfler
Neuroradiologie, Neurologie, Medizinische Fakultät, Uni-Klinikum

Zwei bildgebende Verfahren - Diagnostik und Therapie an einem Gerät

Verbundprojekt zur medizinischen Bildgebung unter Federführung von FAU und Uni-Klinikum Erlangen wird mit 30 Millionen Euro gefördert

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat erneut ihre Forschungsstärke unter Beweis gestellt: Zusammen mit Siemens Healthcare, dem Universitätsklinikum Erlangen und weiteren europäischen Partnern erhält die FAU 30 Millionen Euro Fördergelder für die Entwicklung eines innovativen Hybridgerätes, das verschiedene medizinische Bildgebungsverfahren miteinander kombiniert und insbesondere Schlaganfallpatienten eine schnellere Diagnostik und Behandlung ermöglichen soll. Gefördert wird das Vorhaben von dem European Institute of Innovation and Technology for Health (EIT Health), einer öffentlich finanzierten Initiative im Bereich Gesundheit. Das Projekt "P3 Stroke" ist dabei eines von nur zweien in Deutschland, europaweit werden insgesamt nur acht Projekte gefördert.

Das EIT Health gehört zu den regional verankerten Clustern und internationalen Netzwerken, die im europäischen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation "Horizon 2020" die leistungsfähigsten Institute, Universitäten und industriellen Forschungszentren miteinander vernetzen. Im Rahmen von EIT Health arbeiten mehr als 140 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen aus allen Teilen Europas in unterschiedlichen Projekten zusammen; die FAU und Siemens Healthcare gehören zu den Core Partnern. Jährlich fließen rund 80 Millionen Euro Fördergelder für die nächsten sieben Jahre in das Konsortium. Dank dieser Mittel kann EIT Health sowohl innovative Produkte als auch Bildungsangebote und Dienstleistungen entwickeln, die zur Lösung der demographischen Herausforderung in Europa beitragen.

Um eine der prestigeträchtigen Förderungen des EIT Health zu erhalten, gilt es im Verbund mit Partnern ein überzeugendes Projekt einzureichen. Darüber, dass dies mit dem Projekt "P3 Stroke" gelungen ist, zeigen sich FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger und der Dekan der Medizinischen Fakultät Prof. Dr. Dr. Jürgen Schüttler hoch erfreut: "Das Projekt ist eine weitere wichtige Vernetzung zwischen Universität, Uni-Klinikum und industriellen Partnern wie Siemens Healthcare auf höchstem europäischen Niveau."

"Time is brain" - Schlaganfälle schneller behandeln

"Mit dem Projekt P3-Stroke wollen wir die Diagnostik und interventionelle Behandlung des Schlaganfalls durch den kombinierten Einsatz von Magnetresonanz-Bildgebung und Angiografie grundlegend verbessern", erläutert Dr. Heinrich Kolem, CEO der Siemens Healthcare Geschäftseinheit für Angiografie- und Interventionelle Systeme.

Untersuchungen an unterschiedlichen Geräten kosten vor allem durch Patiententransporte viel Zeit. Wertvolle Zeit, die Schlaganfallspatienten nicht haben. So gehen pro Minute im Durchschnitt 2 Millionen Nervenzellen zu Grunde. Beim Schlaganfall zählt jede Minute, um gravierende Folgeerscheinungen zu vermeiden. "P3 Stroke" kombiniert dabei die beiden Bildgebungsverfahren Magnetresonanztomografie und Angiographie in einem neu entwickelten Hybridgerät. Damit ermöglicht dieser innovative Ansatz die Diagnostik und unmittelbare Behandlung an einem Gerät. Zeitaufwändige Patiententransporte und Umlagern an unterschiedlichen Geräten werden so vermieden und damit wertvolle Zeit in der Behandlung des Schlaganfalls gewonnen.

Die FAU-Wissenschaftler um Prof. Dr. Arnd Dörfler, Leiter der Neuroradiologischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen, und Prof. Dr. Andreas Maier, Leiter des Lehrstuhls für Mustererkennung der FAU, wollen nun in Kooperation mit Siemens Healthcare beide Verfahren in einem einzigen Gerät kombinieren. "Das zukunftsweisende Angio-MR-System ermöglicht genaue Einblicke in das Krankheitsgeschehen und am gleichen Gerät ohne Zeitverzögerung die effektive Behandlung" verdeutlicht Prof. Dörfler. Während die klinische Evaluation der neuen Methode unter Federführung der Neuroradiolie in enger Kooperation mit der Neurologie (Direktor: Prof. Dr. med. Dr. h. c. Stefan Schwab) des Uni-Klinikums erfolgen wird, ist der Lehrstuhl für Mustererkennung für die Entwicklung der Software verantwortlich: "Wir forschen bereits seit mehreren Jahren in verschiedenen Bereichen der medizinischen Bildgebung und bringen daher großes Know how mit", erklärt Prof. Maier.

"Die weltweit erste Installation des Angio-MR-Systems im Kopfklinikum wird die Spitzenstellung des Universitätsklinikums Erlangen in der Schlaganfallsbehandlung weiter verstärken", so Prof. Stefan Schwab, Neurologische Klinik. Dass die Wissenschaftler bei der Entwicklung zunächst an Schlaganfall denken, heißt dabei nicht, dass der Einsatz auf diese Erkrankung beschränkt bleiben soll. "Darüber hinaus wird das System auch in der minimal-invasiven Therapie weiterer neuro- und kardiovaskulärer Erkrankungen und in der Onkologie die direkte Translation in die Klinik finden" ist Prof. Dörfler optimistisch.

Für Dr. Simone Reiprich, Geschäftsführerin des Zentralinstituts für Medizintechnik (ZiMT) der FAU und offizielle Vertreterin der FAU in der internationalen Partner Assembly von EIT Health, sowie Dr. Kurt Höller, Director of Business Creation und Mitglied des Management Boards des EIT Health, ist die Förderung ein weiterer Beweis für die führende Bedeutung der Region im Bereich der Medizintechnik: "Die von EIT Health geförderten Projekte zeichnen sich durch besondere Innovationsstärke und wissenschaftliche Expertise aus. Die Förderung zu erhalten und sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt zu haben, ist daher ein großer Erfolg."

Weitere Informationen:

Dr. Simone Reiprich
Zentralinstitut für Medizintechnik ZiMT
Telefon: 09131 85-26868
E-Mail: simone.reiprichatfau.de

 

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