Die bildgesteuerte Behandlung von Schmerzsyndromen der Wirbelsäule stellt neben der interventionellen Behandlung von Erkrankungen der Hirn- und Halsgefäße ein besonderer Schwerpunkt der Abteilung für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Erlangen dar. Diese interventionellen Behandlungsverfahren führen wir in enger Kooperation mit der Neurologischen und Neurochirurgischen Klinik durch.
Neben einer ausgewiesenen fachlichen Expertise verfügen wir über eine modernste apparative Ausstattung, u. a. 3 Tesla Hochfeld-Magnetresonanztomographie, 64 Zeilen-Computertomo-graphie und eine biplanare Flachdetektor-Durchleuchtungseinheit mit 3D-Navigationstechnik und CT-Option, die eine präzise Diagnostik und sichere Therapie auf höchstem Niveau ermöglichen.
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– den Schmerz schonend am Punkt treffen !
Ein umfassendes Qualitätssicherungssystem (zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2000) sorgt für eine optimale Versorgung vom Empfang bis zur Entlassung – bei der Sie als Patient im Mittelpunkt stehen.
Das Kreuz mit dem Kreuz
Rückenschmerzen sind häufig und gehen vielfach mit einer erheblichen Minderung der Lebensqualität einher. Die Ursachen sind dabei vielfältig und beruhen oft auf Fehlhaltungen und Fehlbelastungen der Wirbelsäule, die zu Verschleißerscheinungen an Bandscheiben und kleinen Wirbelgelenken führen. Hierdurch kann es zu schmerzhaften Nervenreizungen mit Ausstrahlung in Arme oder Beine verbunden mit Missempfindungen und Lähmungserscheinungen kommen. Insbesondere bei älteren Patienten mit einer Osteoporose oder einem Tumorleiden können Rückenschmerzen auch durch schmerzhafte Wirbelkörpereinbrüche hervorgerufen werden.
Bildgesteuerte schonende Therapie bei Schmerzsyndromen der Wirbelsäule
Durch krankhafte Veränderungen von Knochen und Bandscheiben bedingte akute und chronische Beschwerden können so minimal-invasiv behandelt werden, wenn konservative Maßnahmen keine Besserung erzielen. Dabei werden vom Neuroradiologen unter CT- oder Röntgen-Kontrolle schonende Infiltrationsverfahren eingesetzt. Diese erlauben mit hoher Präzision und Sicherheit, mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten, punktgenau die Schmerzleitung zu unterbrechen, häufig sogar die Ursache zu behandeln und den Heilungsvorgang zu beschleunigen. Auf eine belastende Vollnarkose und Operation kann so verzichtet werden.
Unser Therapieangebot im Überblick
• Periradikuläre Schmerztherapie
• Facetten- und Iliosakralgelenkblockade
• Discographie
• Vertebroplastie
• Nucleoplastie
Periradikuläre Schmerztherapie (PRT): Zur Behandlung von durch Nervenirritationen bedingten radikulären (ausstrahlenden) Schmerzen wird CT-gesteuert in Bauchlage eine feine Spezialkanüle schonend an der Nervenwurzel platziert und ein schmerzlinderndes Medikament injiziert. Die Umspülung der Nervenwurzeln (sog. periradikuläre Therapie), die durch die Zwischenwirbellöcher in den Wirbelkanal eintreten, ist eine hochwirksame Behandlung von meist in die Arme und Beine ausstrahlenden Schmerzen bei Bandscheibenvorfällen oder knöchernen Engen.
Facetten- und Iliosakralgelenkblockade: Zur Behandlung arthrosebedingter Schmerzen bei Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke und/oder der Ilioskralgelenke. Häufigste Ursache chronisch-diffuser Rückenschmerzen. Ähnlich der PRT wird eine Kanüle CT-gesteuert, schonend im Gelenkspalt platziert und ein schmerzlinderndes und entzündungshemmendes Medikament punktgenau in das veränderte Gelenk gespritzt.
Beide Therapien führen bei ca. 80% der Patienten zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden bis hin zur Beschwerdefreiheit.
Discographie: Diagnostisches als auch therapeutisches Verfahren bei Rückenschmerzen die durch Verschleiß der Bandscheibe (Discopathie) bedingt sind. CT-gesteuert wird eine dünne Kanüle in der Bandscheibe platziert und eine Mischung aus Kontrastmittel und Schmerzmedikament eingespritzt. Durch das Kontrastmittel wird die Bandscheibenstruktur im Röntgenbild sichtbar. Kontrastmittelverluste aus der Bandscheibe zeigen einen Bruch des Bandscheibenringes an. Gleichzeitig führt die Einspritzung zur Ausdehnung der Bandscheibe und damit zur Schmerzprovokation und so zur Sicherung der Diagnose einer Discopathie. Durch Zugabe schmerz- und entzündungslindernder Medikamente ist gleichzeitig auch eine Therapie bzw. Schmerzlinderung der Discopathie möglich.
Vertebroplastie: Bei schmerzhaften Wirbelkörpereinbrüchen beispielsweise bei Osteoporose oder Metastasen wird durch die schonende Injektion von Knochenzement in den Wirbelkörper eine Stabilisierung und vor allem anhaltende Schmerzreduktion erreicht. Dazu wird nach lokaler Betäubung der Wirbelkörper unter Röntgenkontrolle mit einer Kanüle punktiert und Knochenzement eingespritzt. Innerhalb weniger Minuten härtet der Zement aus. Wird zuvor der Wirbelkörper durch einen Ballonkatheter wieder aufgereichtet spricht man von einer Kyphoplastie. Dadurch wird häufig eine Operation oder langwierige Bettlägerigkeit vermieden. Die Patienten können sich bereits einen Tag nach der Vertebroplastie wieder normal und schmerzfrei bewegen.
Nucleoplastie: Behandlung von Schmerzen, die durch den Druck der herausquellenden Bandscheibe auf den Nerven entstehen. Die Methode kann bei kleinen Bandscheibenvorfällen durchgeführt werden. Eine dünne Kanüle wird hier unter Röntgenkontrolle im Zentrum der Bandscheibe platziert und darüber eine Hitze- oder Ultraschallsonde vorgeschoben, die das Bandscheibengewebe schonend „verdampft“ und so die Bandscheibe verkleinert. Zusätzlich werden durch die Hitze Schmerzfasern zerstört. Bei ca. 80% der Patienten, die noch nicht an der Bandscheibe operiert wurden, zeigt sich nach dem Eingriff eine deutliche Verbesserung. Bei voroperierten Patienten geben ca. 70% eine spürbare Verbesserung an.
Gut zu wissen
Mit Ausnahme der Vertebroplastie und Nucleoplastie können bei uns alle diese Eingriffe ambulant durchgeführt und der Patient nach einer individuellen, meist zweistündigen Überwachung entlassen werden. Bitte bedenken Sie, dass eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr am Behandlungstag zu unterlassen ist.
Die Behandlungskosten werden dabei von den privaten immer, nach Rücksprache häufig auch von den gesetzlichen Kostenträgern übernommen.
Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch über Indikationsstellung, Risiken und interventionelle Therapiemöglichkeiten.
Privatsprechstunde Prof. Dr. Dörfler
jeweils Mo – Fr, 8 – 15 Uhr nach Terminvereinbarung
Spezialsprechstunden für
• Schmerzsysndrome der Wirbelsäule
• Neurovaskuläre Erkrankungen
• Hirntumoren und Epilepsie
• Prävention ohne Strahlung
jeweils Mo – Fr, 8 – 15 Uhr nach Terminvereinbarung
Terminvereinbarung
Sekretariat Prof. Dr. Dörfler: 09131-39338

