MRT-Kontrastmittel

Neuroradiologie

Leiter:
Prof. Dr. med. Arnd Dörfler

Empfehlungen für die i.v. Applikation von Gadolinium-haltiger Kontrastmittel

Die venöse Gabe von MR-Kontrastmitteln über eine periphere Venenverweilkanüle hat analog zu Röntgenkontrastmitteln- insbesondere bei Risikopatienten mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion- das seltene Risiko, passager oder dauerhaft die Nierenfunktionsstörung einzuschränken (kontrastmittelinduzierte Nephropathie; CIN). Zudem ist in der Fachliteratur bei vorbestehender, eingeschränkter Nierenfunktion in Einzelfällen die Auslösung einer generalisierten Bindegewebs- und Organvernarbung (Nephrogene systemische Fibrose; NSF) beschrieben worden.

Sollten ein oder mehrere Punkte der unten angegebenen Anamnese vorliegen, so bitten wir vor einer geplanten Untersuchung um Rücksprache mit unserer Abteilung, um eine eventuell notwendige Vorbehandlung vor einer geplanten MR-Kontrastmittelgabe bzw. alternative Bildgebungsverfahren zu besprechen.

Anamnese:

  • Besteht eine eingeschränkte Nierenfunktion (Clearance < 30 ml/min) speziell bei vorbestehendem Diabetes mellitus oder Multiplem Myelom?
  • Werden potentiell nephrotoxische Medikamente eingenommen (Amphotericin, Aminoglykoside, Vancomycin, Methotrexate, Cyclosporine, nicht-steroidale Antirheumatika, ACE-Hemmer, Cisplatin, Doxorubicin, Fluorouracil, Tacrolismus, Metformin)?
  • Besteht eine verminderte Herzfunktion (z.B. kardiogener Schock, schwere Herzinsuffizienz, Hypotonie)? 
 
Direktlinks

ESUR Guidelines on Contrast Media (deutsche Version)